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Die Solidarität der Straßen-Raucher

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The solidarity of street smokers. Von Tom Castella

aboutpixel.de / space-marines © jonathan spielbrink

Bildquelle: aboutpixel.de / space-marines © jonathan spielbrink


Neue Pläne des Gesundheitswesens könnten den Zusammenballungen  von Straßen-Rauchern vor den Eingängen von Bürogebäuden ein Ende bereiten. Dies wäre auch das Ende des Kameradschaftsgeistes der Trottoir-Qualmer.

Gesundheitsstaatssekretär Andy Burnham kündigte eine Überprüfung der Anti-Rauchergesetzgebung in England an, und sagte, zur Verhinderung von Passivrauch-Risiken sei eine Ausweitung des Rauchverbots auf Bereiche wie Gebäude-Eingänge vorstellbar.
Dies hätte zur Folge, dass sich diese Raucherhaufen, die in den letzten Jahren ein alltäglicher Anblick geworden seien, auflösen würden.

Judi James, Verhaltens- und Arbeitsstättenexpertin, glaubt, dass für Raucher mehr auf dem Spiel steht, als nur ein Schuss Nikotin. „Die durch gemeinsames Rauchen entstehende Gemeinschaftsbildung hat den Rauchern schon immer einen unfairen Vorteil am Arbeitsplatz verschafft. Es hängt mit dem Akt der Rebellion zusammen, der die hierarchische Struktur aufbricht, sodass auf einmal Leute miteinander ins Gespräch kommen, die sonst nie miteinander reden würden. Es ist sozusagen ein Akt gemeinsamer Unartigkeit, der die Leute miteinander verbindet, sodass die normalen Regeln der Kommunikation wegfallen.“
Die Standard-Körpersprache der Raucher ist klatschbereit und verschwörerisch – selbst dann, wenn sie nicht wirklich schwatzen – und dies kann Misstrauen unter den Nichtrauchern schüren.
Würde denn ein Auseinandertreiben der Masse dieser Stehgreif-Gemeinschaft ein schnelles Ende setzen? Das könnte so oder so ausgehen. Frau James glaubt, wenn die Raucher herumzuspazieren beginnen, dann würde sich diese Gelegenheit zur Netzwerkbildung auflösen, da Menschen sich nicht in Gruppen bewegen, speziell, wenn sie verschiedenen sozialen Gruppen angehören. Sollten die Raucher sich aber wieder in gesondert ausgewiesenen Bereichen zusammenballen, so würde sich der Effekt der Gemeinschaftsbildung im Vergleich zu jetzt noch verstärken.
Rebellische Kinder
“Wenn sie sich versammeln, dann wird dadurch ihre Beziehung enger verbunden, weil sie ein Gefühl der Entfremdung und des Abgelehntwerdens miteinander teilen. Es ist das Rebellen-Kind-Syndrom.“
Der einzige Bereich von Arbeitsstätten, der eine vergleichbare Dynamik aufweise, sei die Damentoilette, so Frau James.
Derweil Rauchverbote Büros zu saubereren Arbeitsplätzen gemacht haben, haben sie aber auch dazu geführt, dass sich eine gewisse Angeber-Kultur vermeintlich hartgesottener Raucher entwickelt habe, die in Hemdsärmeln draußen stehen, sagt sie.
Der Anblick eines Haufens von Angestellten, die am Nikotinstäbchen nuckelnd den Eingang blockieren, während sie versuchen, warm zu bleiben, ist einer, auf den Arbeitgeber gerne verzichten würden.
Für Jeremy Baker, Professor an der ESCP-Handelshochschule, ist er „ein äußerst unansehnlicher und dem Status der Organisation abträglicher Erstkontakt der Institution mit der Außenwelt.
Firmen haben Geld dafür ausgegeben, um die Eingangshalle zum schönsten Bereich des Gebäudes zu machen, und dann wird der ganze Effekt durch diese Leute verunstaltet, die da draußen stehen, um so schnell wie möglich Krebs zu bekommen. Einfach hässlich.“
Es müsse endlich so weit kommen, dass Rauchen bei der Arbeit sozial ebenso inakzeptabel werde  wie Trunkenheit im Dienst, so glaubt er.
“Es sieht armselig aus. Und das Personal konzentriert sich nicht auf die Arbeit, die es zu tun hat. Es ist, als käme man an, und fände die Leute halb betrunken herumhängend vor. Firmen müssen einen attraktiven und aufmerksamen Eindruck erwecken – und Rauchen ist dumm und ruiniert das Bild, das man zu projezieren sucht.

Teilübersetzung des Originalartikels der BBC

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