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Schwabings Kult-Kneipen durch Rauchverbot in Gefahr

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Schwabing-sagt-Nein

Der legendären alten Kneipenkultur im Künstlerviertel München-Schwabing droht mit dem absoluten Rauchverbot der Untergang, allem voran der Livemusik-Szene. Schwabinger Wirte wehren sich dagegen in einem gemeinsamen Aufruf.

Viele Schwabinger Wirte unterstützen den Kampf gegen das totale Rauchverbot in Bayerns Gastronomie und rufen mit der Initiative Schwabing sagt Nein dazu auf, beim Volksentscheid am 4. Juli mit „Nein“ zu stimmen.
Ein rigides Gesetz wie das von der ÖDP gewünschte wäre vernichtend für Schwabings berühmte Vielfalt und würde jahre- bis jahrzehntelang erfolgreich betriebene Lokale direkt in den Ruin führen.

Besonders betroffen wäre die Livemusik-Szene, die einst erheblich zu Schwabings Ruf als Künstlerviertel beigetragen hat. „Ein tägliches Livemusik-Programm wird ohnehin nur noch im Schwabinger Podium und im Alfonso’s geboten“, sagt die Rock-Pianistin Renate Dienersberger, seit über zwanzig Jahren Teil der Szene und bestens mit ihr vertraut. „Wenn die zum Rauchverbot gezwungen werden, ist es ganz aus damit, und auch die Musiker verlieren dort ihre Jobs.“

Renate Vogel, Inhaberin des Schwabinger Podiums, bestätigt: „Die meisten unserer Gäste sind nun einmal Raucher. Wenn wir diejenigen, die dann überhaupt noch kommen, zum Rauchen rausjagen müssen, bringt der Betrieb draußen vor der Tür die Nachbarn auf die Palme.“ – „Und wie schnell Anwohnerbeschwerden zur Schließung eines Live-Clubs führen können, hat die Vergangenheit oft genug gezeigt“, ergänzt Evi Hentschel-Meister, Geschäftsführerin des Alfonso’s und Sprecherin der Schwabinger Wirte.

Aber auch Lokale, die keine oder nur gelegentlich Livemusik anbieten, bangen um ihre Existenz. „Wenn der Super-GAU eines totalen Rauchverbots eintritt, kann ich meinen Laden dichtmachen“, sagt etwa Hans Karp, seit 40 Jahren Wirt der beliebten Künstlerkneipe Rheinpfalz. „Unsere Gewinnspanne ist kleiner als man denkt, und wenn nur ein Fünftel unserer Gäste wegbleibt, ist Feierabend.“ Dass dieser Gästeschwund eintreten wird, daran hegen die Wirte keinen Zweifel. Schließlich mussten sie bereits 2008, mit Einführung des ersten Rauchverbots in Bayern, massive Umsatzeinbußen hinnehmen und konnten sich nur mit der Einrichtung eines Raucherclubs über Wasser halten. Seit auch die Raucherclubs letzten August per Gesetz verboten wurden, können diese getränkegeprägten Kneipen jetzt nur noch überleben, weil ihre Gastfläche kleiner als 75 m² ist und sie deshalb das Rauchen erlauben dürfen. Damit soll nach dem Willen der ÖDP jetzt auch Schluss sein.

Mit Plakaten und mit ihrer Präsenz auf der Internetseite www.schwabing-sagt-nein.de, unterstützt von der Privatinitiative NEIN beim Volksentscheid, rufen die Schwabinger Wirte ihre Gäste „und alle, denen etwas am Erhalt des alten Schwabinger Flairs liegt“ dazu auf, beim Volksentscheid die unnötige Gesetzesverschärfung mit einem klaren „Nein“ abzulehnen. „Wir hoffen sehr, dass genügend Leute dies auch tun“, so Dienersberger, „denn andernfalls wird Schwabing zu Tode geschützt. Und wenn Herr Frankenberger von der ÖDP dann etwa die Schwabinger 7 rauchfrei besuchen will, wie er im Chat bei der Süddeutschen hat verlauten lassen, wird er sich beeilen müssen, um sein Zerstörungswerk überhaupt noch bewundern zu können. Dabei gibt es schon so viele rauchfreie Kneipen in Schwabing – warum will er eigentlich nicht lieber dorthin?“

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